2012/01/24
Cartesianische Meditationen, Philosophie der Zukunft
Nach einem Blitzdurchgang durch die 'meditationes de prima philosophia' von Descartes, den 'Cartesianischen Meditationen' von Husserl sowie Husserls Überlegungen zum Begriff des 'Ausdrucks' in seinen logischen Untersuchungen (LU II, Teil 1) (http://cognitiveagent.org/2011/12/03/cartesianische-meditationen-iii/), konnte ich dann in dem Vortrag für Bremerhaven mit dem Titel 'Eine Philosophie für die Zukunft?' versuchen, das Konzept eines phänomenologischen Denkens mit dem Konzept des empirischen Denkens in Beziehung setzen. Es ergab sich, dass man einen Prozess konstruieren kann ausgehend vom Alltag zum phänomenologischen Denken zurück zur empirischen Wissenschaft von dort wieder zurück zur Philosophie, usw. Dies war natürlich sehr komprimiert. Der Vortrag fand aber in der Diskussion eine sehr spannende und positive Resonanz. Dies muss jetzt weiter ausgearbeitet werden, insbesondere muss die formale Theorie entsprechend ausgestaltet und die zugehörigen Softwareexperimente müssen durchgeführt werden. Das ganze läuft hinaus auf eine 'Computergestützte Philosophierende Wissenschaft' oder --je nach Standpunkt-- auf eine 'Computergestützte Wissenschaftliche Philosophie' (CWP); letztere Version entspricht meinem Vorgehen wahrscheinlich zur Zeit am besten.
2011/12/18
Cartesianische Meditationen III, Teil 1-5
Im Zusammenhang meiner Untersuchungen zum Neuen Weltbild bin ich bei der Konstruktion eines künstlichen lernenden Agenten mit Bewusstsein mit der mathematichen Lerntheorie soweit vorangeschritten, dass an dieser Stelle nochmals eine genauere Analyse der philosophischen Positionen zum Bewusstsein nötig wurde. Aus der grossen Anzahl von Artikeln und Büchern zum Thema erweisen sich letztlich die 'klassischen' philosophischen Texte immer noch als am ergiebigsten. Innerhalb dieser Autoren wiederum habe ich Descartes, Kant, Schelling/ Hegel, Husserl als primäre Referenzen ausgewählt. Um diese Autoren 'herum' gibt es natürlich viele weitere Autoren, die ich aber zunächst nur als 'Kontextwissen' berücksichtige. Für die Relektüre von Husserls Cartesianischen Meditationen --bei mir CM 2 genannt--, der wiederum bei Descarte's Meditationes de Prima Philosophia ansetzt --bei mir CM1 genannt-- liegen aktuell 5 Teile vor. Der erste Teil findet sich hier. Am Schluss von jedem Teil gibt es einen Link auf die Fortsetzung.
Wir leben in einer Zeit, in der die noch immer anhaltende Trennung zwischen klassischer Philosophie und moderner Wissenschaft möglicherweise ihr Ende findet. Nicht als unterschiedslose 'Vereinigung' von beidem sondern durch eine reflektierte Integration beider Sehweisen in ein erweitertes Wissenschaftskonzept, wo jede Sehweise auf ihre Weise existiert, zugleich aber ein Rahmen verfügbar ist, durch den die Ergebnisse wechselseitig genutzt werden können. Die fruchtlosen Reduktionsdiskussionen, die bis heute nicht versiegt sind, sollten dann endgültig der Vergangenheit angehören.
Wir leben in einer Zeit, in der die noch immer anhaltende Trennung zwischen klassischer Philosophie und moderner Wissenschaft möglicherweise ihr Ende findet. Nicht als unterschiedslose 'Vereinigung' von beidem sondern durch eine reflektierte Integration beider Sehweisen in ein erweitertes Wissenschaftskonzept, wo jede Sehweise auf ihre Weise existiert, zugleich aber ein Rahmen verfügbar ist, durch den die Ergebnisse wechselseitig genutzt werden können. Die fruchtlosen Reduktionsdiskussionen, die bis heute nicht versiegt sind, sollten dann endgültig der Vergangenheit angehören.
2011/11/20
Emergenz des Geistes, Freiheit zu sterben, und mehr.
In meinem Philosophie-Blog cognitiveagent.org habe ich wieder ein paar Posts gesetzt.
In einer öffentlichen Veranstaltung am 2.Okt.2011 hatte ich versucht, aufzuzeigen, dass der klassische Dualismus im Lichte des heutigen Wissens vollständig obsolet ist. Eine Konsequenz davon ist, dass wir die Geschichte des Universums, insbesondere den Abschnitt der Evolution, damit als eine 'Emergenz des Geistes' beschreiben könnten (und müssen?). Eine Vorbereitende Überlegung dazu war die Betrachtung der wachsenden Komplexitätsstufen am Beispiel von Genen, Memem, Semen. Daraus folgt dann ziemlich direkt die Rede von der Emergenz des Geistes
Eine Kehrseite davon ist die Zunahme der Verantwortung für die Menschen. Nebenbei zeigt sich, dass die Freiheit zu Sterben als ein Kriterium für die 'Autonomie' eines biologischen Systems dienen könnte. Eine Analyse von Husserl (sowie Descartes, Kant, u.a.) im Lichte der modernen maschinellen Lerntheorien zeigt, dass es möglich erscheint, eine methodische VEREINIGUNG VON PHILOSOPHIE UND WISSENSCHAFT herbei zu führen. Wegen der anwachsenden Zahl an Beiträgen und der daraus resultierenden wachsenden Unübersichtlichkeit habe ich ein zusätzliches Wiki für den Philosophie-Blog eingerichtet. Schliesslich habe ich am Beispiel der Normengebung (zur Sexualität) nochmals darüber nachgedacht, dass wir eigentlich zu keinen absoluten Normen fähig sind (was keine vollständige Relativierung bedeutet, sondern eher das Gegenteil!).
In einer öffentlichen Veranstaltung am 2.Okt.2011 hatte ich versucht, aufzuzeigen, dass der klassische Dualismus im Lichte des heutigen Wissens vollständig obsolet ist. Eine Konsequenz davon ist, dass wir die Geschichte des Universums, insbesondere den Abschnitt der Evolution, damit als eine 'Emergenz des Geistes' beschreiben könnten (und müssen?). Eine Vorbereitende Überlegung dazu war die Betrachtung der wachsenden Komplexitätsstufen am Beispiel von Genen, Memem, Semen. Daraus folgt dann ziemlich direkt die Rede von der Emergenz des Geistes
Eine Kehrseite davon ist die Zunahme der Verantwortung für die Menschen. Nebenbei zeigt sich, dass die Freiheit zu Sterben als ein Kriterium für die 'Autonomie' eines biologischen Systems dienen könnte. Eine Analyse von Husserl (sowie Descartes, Kant, u.a.) im Lichte der modernen maschinellen Lerntheorien zeigt, dass es möglich erscheint, eine methodische VEREINIGUNG VON PHILOSOPHIE UND WISSENSCHAFT herbei zu führen. Wegen der anwachsenden Zahl an Beiträgen und der daraus resultierenden wachsenden Unübersichtlichkeit habe ich ein zusätzliches Wiki für den Philosophie-Blog eingerichtet. Schliesslich habe ich am Beispiel der Normengebung (zur Sexualität) nochmals darüber nachgedacht, dass wir eigentlich zu keinen absoluten Normen fähig sind (was keine vollständige Relativierung bedeutet, sondern eher das Gegenteil!).
2011/10/17
Emergenz des Geistes?
In Fortsetzung meiner öffentlichen Veranstaltung 'Philosophie Jetzt' (vom 2.Okt.2011), in der ich erstmalig einen Gesamtzusammenhang vom Urknall über die verschiedenen Evolutionsebenen bis hin zur Gegenwart skizzieren konnte, und in Weiterführung der Überlegungen zu den Organisationsebenen 'Gen - Mem - Sem', lässt sich die Gesamtzeit seit dem Urknall als eine immer weitergehende 'Schichtung' von Komplexitätsebenen betrachten, die jede ihre eigene evolutionäre Logik besitzt. Dabei deutet sich an -- bei aller Grobheit einer ersten Analyse --, dass sich der Prozess der Evolution beständig beschleunigt. D.h. nicht nur die Fluchtgeschwindigkeit des gesamten Universums nimmt weiterhin zu (die letzten Nobelpreise in Physik haben dies belegt), sondern die Evolution des Geistes im Universum wird auch immer schneller. Dies klingt beunruhigend. Wenn man aber bedenkt, dass die gesamte Evolution einschließlich des Ausfaltungsprozesses von Energie in Materie in Gestalt des uns bekannten Universums ohne unser Zutun abläuft, dann ist damit zwar nicht ausgeschlossen, dass wir Menschen durch unsere zunehmenden Handlungsmöglichkeiten diesen Prozess in einem Teilbereich (Erde) empfindlich stören, aber die gesamte Wucht des Phänomens erscheint so unvorstellbar groß, dass man versucht ist, sich ruhig zurück zu lehnen und zu sagen: das wird schon irgendwie. Allerdings verstärken sich die Indizien, dass durch die zunehmende Komplexität nicht nur die Handlungsmöglichkeiten des homo sapiens zunehmen, sondern auch die 'Verantwortung': es ging noch nie nur um einzelne sondern immer schon um die Population, die als einzige überleben konnte. Aber jetzt geht es nicht nur um eine Population unter vielen Millionen (oder gar Milliarden) anderen, jetzt geht es um das gesamte Leben. Niemand der jeweils lebenden Menschen hat sich dies ausgesucht, aber niemand kann sich auch der Situation entziehen. 'Mensch sein' heißt, in diesem unwirklich-wirklichen gigantischen Prozess teilzunehmen, sich darin vorzufinden und kraft der Fakten herausgefordert zu sein, zu antworten auf das, was man geworden ist -- und damit ist --, ohne es selbst gewollt zu haben.
Gen - Mem - Sem
Im Kontext des Gesamtüberblicks über die Entwicklung des Universums und darin der Entwicklung des Lebens habe ich speziell die unterschiedlichen Organisationsebenen basierend auf der Genetischen Evolution (Gene), der Memetischen Evolution (Meme) sowie der Semetischen Evolution (Seme, Zeichen, Sprache) etwas näher beschrieben (Siehe hier). Eine ausführlicher wissenschaftliche Darstellung findet sich entweder in meinen wissenschaftlichen Veröffentlichungen oder in meinem Skript begleitend zur Vorlesung 'Dynamisches Wissen 1+2'.
2011/09/26
Philosophie Jetzt: Auftakt am 2.Okt.2011
Hier eine Ankündigung in eigener Sache:
Am 2.Okt.2011 beginne ich mit einer ersten Veranstaltung im Rahmen des Projektes 'Philosophie Jetzt' mit dem aktuellen Titel 'Unterwegs Wohin?'
Grundidee ist, die Diskussion aus dem Blog auch in der Öffentlichkeit zu führen und damit das Umdenken vieler gewohnter Alltagsbegriffe weiter zu unterstützen. Die Veranstaltung findet im
Bistro des Restautant 'Schnittlik' statt
61137 Schöneck
Platz der Republik 2
16:00 - 19:00h
Gedacht ist an einer lockeren Form von Vortrag, Gespräch, aufgelockert mit eigener experimenteller Musik. Denkbar, dass in Zukunft auch andere aktiv mitwirken durch Texte und Musik. Dies ist jedenfalls ein Anfang. Philosophie ist für uns alle wichtig, nicht nur für 'Hinterstubendenker'......
Herzliche Grüße,
gerd d-h
PS: Trotz grosser Widrigkeiten wurde diese Veranstaltungen zu einem großen Erfolg. Eine erste Zusammenfassung findet sich hier.
Am 2.Okt.2011 beginne ich mit einer ersten Veranstaltung im Rahmen des Projektes 'Philosophie Jetzt' mit dem aktuellen Titel 'Unterwegs Wohin?'
Grundidee ist, die Diskussion aus dem Blog auch in der Öffentlichkeit zu führen und damit das Umdenken vieler gewohnter Alltagsbegriffe weiter zu unterstützen. Die Veranstaltung findet im
Bistro des Restautant 'Schnittlik' statt
61137 Schöneck
Platz der Republik 2
16:00 - 19:00h
Gedacht ist an einer lockeren Form von Vortrag, Gespräch, aufgelockert mit eigener experimenteller Musik. Denkbar, dass in Zukunft auch andere aktiv mitwirken durch Texte und Musik. Dies ist jedenfalls ein Anfang. Philosophie ist für uns alle wichtig, nicht nur für 'Hinterstubendenker'......
Herzliche Grüße,
gerd d-h
PS: Trotz grosser Widrigkeiten wurde diese Veranstaltungen zu einem großen Erfolg. Eine erste Zusammenfassung findet sich hier.
2011/09/24
Womit hat der Bundestag dies verdient?
Anlässlich der Rede des Papstes im Deutschen Bundestag am 22.Sept.2011 habe ich diese Rede im Nachhinein gelesen. Ich war ziemlich erschüttert, als ich den Text gelesen habe. Meine Gedanken dazu habe ich in meinem Blog Papstrede 22.Sept.2011 niedergelegt.
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